Wofür brauchen Sie Pfingsten? Nur noch ein weiteres Fest mit angeschlossenem Feiertag zum Erholen und eine kürzere Arbeitswoche? Dieser Festtag ist seit vielen Jahrhunderten Bestandteil des christlichen Jahreskreises. Angefangen bei Weihnachten, über die Fastenzeit, dann Karfreitag und Ostern, die Himmelfahrt Jesu und jetzt das Pfingstfest. Es ist wirklich ein besonderes Fest!

Denn es gilt in christlicher Tradition als die „Geburtsstunde“ der Kirche an sich. Nicht, weil es dafür nun noch einen „Gedenktag“ mehr brauchte. Nein! Das alles hängt mit der sogenannten „Ausgießung“ des Heiligen Geistes zusammen. Ein häufig damit in Verbindung gebrachtes Symbol für den Heiligen Geist ist eine Taube, wie sie auch aus vielen Darstellungen, Bildern und Grafiken bekannt ist.

Wenn hier vom „Heiligen Geist“ die Rede ist, dann ist damit nicht gemeint, dass hier plötzlich ein weiteres „Geistwesen“ die Erde erobert. Oder man denken könnte, es sei hier eine „Spukgestalt“, die ihr Unwesen treibt; wobei es von den „unreinen“ Geistern in unserer Zeit und Welt genügend gibt; auch wenn viele nicht wirklich an eine „unsichtbare“ Welt neben unserer realen Welt glauben oder damit rechnen. Doch sie ist tatsächlich vorhanden, auch wenn man das alles anzweifelt.

Ganz anders verhält es sich mit Gottes Heiligem Geist. Er ist eben nicht „irgendein“ Geist, eine „Zeitgeist“-Strömung oder ein nicht definierbares „Etwas“. Er ist aus der christlichen Sicht und Überzeugung ein Teil der „Trinität“ Gottes, bestehend aus Vater, Sohn und Heiliger Geist. Zugegeben, das mit der „Dreieinigkeit“ ist vielleicht nicht ganz so einfach zu verstehen, aber in der Heiligen Schrift, der Bibel, wird an vielen Stellen auf diese Tatsache Bezug genommen.

Matthäus 28,19: »Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden! Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.« Also Jesus selbst bezeugt den Heiligen Geist immer wieder in seinen Worten.

Jesus sagt in einer Rede im Johannes-Evangelium 16,7: »Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist besser für euch, wenn ich gehe. Sonst käme der Helfer nicht, der an meiner Stelle für euch da sein wird. Wenn ich nicht mehr bei euch bin, werde ich ihn zu euch senden.« Vielleicht haben das damals seine Jünger (Schüler) nicht richtig verstanden. Wer sollte das hier sein, der Helfer oder Tröster? Erst etwas später begriffen sie, was Jesus damit gemeint hatte.

Und noch einmal redete Jesus zu ihnen, kurz vor seiner „Himmelfahrt“ in der Apostelgeschichte 1, 4-5,8: Als sie an einem dieser Tage miteinander aßen, wies Jesus seine Jünger an: »Verlasst Jerusalem nicht! Bleibt so lange hier, bis in Erfüllung gegangen ist, was euch der Vater durch mich versprochen hat. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden, und das schon bald.« […] »Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa, in Samarien und überall auf der Erde.«

Die eigentliche „Ausgießung des Heiligen Geistes“ ereignete sich dann tatsächlich zum Pfingstfest, das man damals in Israel auch unter dem Namen „Schawuot“ kannte. Es ist eigentlich das jüdische Erntedankfest. Vom Zeitraum her findet es 50 Tage nach dem jüdischen „Pessachfest“ statt. Genau in die Zeit des „Pessachfestes“ fiel damals die Kreuzigung und Auferstehung Jesu (Karfreitag und Ostern). Dazu gibt der nachfolgende Bibeltext mehr Auskunft:

Apostelgeschichte 2,1-4: Zum Beginn des jüdischen Pfingstfestes waren alle, die zu Jesus gehörten, wieder beieinander. Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten. Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ. So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, jeder so, wie der Geist es ihm eingab.

Das ist eine gute Frage! Oder? – Aus den hier oben beschriebenen Hintergründen rund um den Heiligen Geist geht hervor, dass Menschen, die Jesus nachgefolgt sind – damals seine Jünger – ein eingelöstes Versprechen erhalten haben. Diese Zusage gab Jesus seinen Jüngern kurz vor seiner Rückkehr (Himmelfahrt) zum Vater, damit sie den Heiligen Geist empfangen. Diese Verheißung galt damals, gilt heute und bis ans Ende der Zeit.

Drei Jahre waren die Jünger mit Jesus zusammen gewesen und haben geglaubt, dass ER der Messias ist, auch wenn sie nicht wirklich alles verstanden haben, was er sie gelehrt hatte. Das hing auch damit zusammen, dass sie bis dahin den Heiligen Geist noch nicht empfangen hatten. Deshalb war es notwendig, dass sie SEINE Wahrheit wirklich ganz begreifen, gerade dann, wenn Jesus nun nicht mehr hier auf dieser Erde für Antworten zur Verfügung stand. Jesus sagt dazu:

Johannes 14, 16-17: »Dann werde ich den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen anderen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt. Dies ist der Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht aufnehmen, denn sie ist blind für ihn und erkennt ihn nicht. Aber ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch leben.«

Ein weiterer Aspekt ist noch in diesem Zusammenhang bedeutsam – wenn ich mit Jesus verbunden sein möchte – eine Beziehung mit IHM zu haben – und ihm ebenso nachfolgen möchte, wie es die Jünger damals taten, dann ist es unerlässlich, dass ich mich wirklich auf IHN einlasse, mit meinem ganzen Leben. Dazu brauche ich durchaus den Heiligen Geist, ohne den keine Gemeinschaft mit Jesus möglich wäre.

Wenn ich IHM die Führung in meinem Leben überlasse und ER mir damit gleichzeitig seinen Heiligen Geist schenkt, befähigt er mich damit, genau wie die ersten Jünger, SEINE Wahrheit für mein Leben zu erkennen, zu begreifen und danach zu leben. Damit wirkt der Heilige Geist in mir und er kann mir Verständnis, Kraft, Weisheit und manches mehr für mein Leben schenken, insbesondere auch dafür, Gottes Wort in der Bibel immer besser zu verstehen. Ja, das ist Gottes Geschenk an dich und mich!

Und wie geschieht das Ganze? Die Bibel berichtet dazu in Johannes 3,5-8: »Ich versichere dir«, entgegnete Jesus, »nur wer durch Wasser und durch Gottes Geist neu geboren wird, kann in Gottes Reich kommen! Ein Mensch kann immer nur menschliches Leben hervorbringen. Wer aber durch Gottes Geist geboren wird, bekommt neues Leben. Wundere dich deshalb nicht, dass ich dir gesagt habe: ›Ihr müsst neu geboren werden.‹ Es ist damit wie beim Wind: Er weht, wo er will. Du hörst ihn, aber du kannst nicht erklären, woher er kommt und wohin er geht. So ist es auch mit der Geburt aus Gottes Geist.«


Jena im Mai 2024
J. Pasternack

Pfingsten – ein unbekanntes Fest