
Am 10. Sonntag nach Trinitatis ist Israel-Sonntag. Dieses Jahr fällt er auf den 9. August. Der Israelsonntag, den es bereits seit dem 16. Jahrhundert gibt, erinnert an die gemeinsame Geschichte und enge Beziehung von Christen und Juden. Ein wichtiger Aspekt ist das Bekenntnis zur bleibenden Erwählung Israels, das auch im Wochenspruch zum Ausdruck kommt:

Im Brief an die Gemeinde in Rom benutzt der Apostel Paulus das Bild des Ölbaums, um die Beziehung von Christen und Juden zu beschreiben (Römer 11,17-24). Durch Gottes gnädiges Handeln in Jesus Christus sind wir als Christen in den bestehenden Ölbaum (d.h. Israel) „eingepfropft“.

Wir sind nicht daneben gepflanzt, nicht lose angebunden, sind keine Sonderzüchtung. Wir sind eingepfropft. Die Formulierung verdeutlicht die unauflösbare Verbindung zwischen Christen und Juden, denn wir leben vom selben Saft. Beim Einpfropfen behält die neue Pflanze exakt die guten Eigenschaften der Mutterpflanze bei und wächst auf einem robusten Wurzelstock. Darauf weist Paulus besonders hin: „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“(Römer 11,18) In seinem Brief warnt der Apostel vor Überheblichkeit gegenüber Israel. Er bekräftigt die Erwählung Israels und dessen vollständige Errettung (Römer 11,26).
Zum Segen werden für Israel – Anregungen zum Handeln

Diese enge Verbindung mit Israel nimmt Christen bis heute in die Pflicht. Hier haben wir ein paar Möglichkeiten aufgelistet, was man konkret tun kann:
- Sich informieren über das Zeitgeschehen in Israel (z.B. bei Israelnetz) und die Situation von Jüdinnen und Juden in Deutschland (z.B. hier).
- Für Israel beten. Der Arbeitskreis Israel des Liebenzeller Gemeinschaftsverbands verschickt einmal monatlich eine Gebetsmail mit konkreten Anliegen. Auch die Sächsischen Israelfreunde weisen in einem Newsletter auf Gebetsanliegen hin.
- Dem weltweit und auch in Deutschland wachsenden Antisemitismus entgegentreten. Besonders israelbezogener Antisemitismus erfährt aktuell viel Zustimmung in der Gesellschaft. Widerspruch kann damit beginnen, antisemitische Schmierereien, die auch im Jenaer Stadtbild zu sehen sind, zu melden. Dafür gibt es ein spezielles Meldeportal.
- Projekte unterstützen, z.B. Patenschaften für Holocaust-Überlebende in Israel durch die Hilfsorganisation GAiN.

